Hybridtechnologie

Ein Highlight von Vossloh Kiepe

Anforderungen an die Verkehrswege von heute und morgen

Gut funktionierender Transport und Verkehr sind unabdingbare Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft im europäischen Raum sowie für die Austauschbeziehungen im Handel. Neben Kosten und Effizienz im Bereich Verkehr sind es heute auch andere Faktoren, die mehr denn je die Entscheidung für den Transportweg beeinflussen: globale Erwärmung, Emissionen, Lärm und dringender Bedarf an höherer Energieeffizienz. Insbesondere das Thema CO2-Ausstoß steht momentan ganz oben auf der politischen und gesellschaftlichen Agenda Deutschlands und vieler anderer europäischer Länder. Mit der erhitzten Debatte steigt zunehmend auch der Druck auf Unternehmen, stichhaltige Nachweise zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit zu erbringen.

HybridVossloh Kiepe GmbH: Wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Antriebe für den Nahverkehr.

Im Nahverkehrsbereich steht der von Vossloh Kiepe GmbH (Vossloh Electrical Systems) entwickelte Serienhybridantrieb (SHA) für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Energie- ressourcen der Erde.

Diese Antriebstechnologie wurde speziell für die hohen Anforderungen bei Stadtbussen, wie zum Beispiel die lange Einsatzdauer und die zyklische Belastung, konzipiert.

Eingeflossen ist das Know-how aus einer Vielzahl erfolgreicher Entwicklungen und Produktionen elektrischer Antriebssysteme für Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr.

Reduktion der Emissionen und des Energieverbrauches

Der Hybridantrieb von Vossloh Kiepe reduziert den Treibstoffverbrauch und somit auch die Abgasemission von Stadtbussen auf ein Minimum. Messungen zeigen, dass sich der Energieverbrauch gegenüber Bussen mit herkömmlichen Antrieben um 20 bis 25 Prozent senken lässt. Gleichzeitig entfällt der bei hochlaufenden Diesel-
motoren typische Lärm – eine Entlastung für die Anwohner von Haltestellen, die wartenden Fahrgäste und auch für die Passagiere und Fahrer.

Serieller Hybridantrieb von Vossloh Kiepe

Basis für die Treibstoffreduktion ist ein adaptives intelligentes Energiemanagement. Lastabhängig, aber gleichmäßig treibt ein Dieselmotor während des Fahrens einen Generator an, der über einen elektrischen Zwischenkreis mit dem Traktionsmotor verbunden ist. Beim Bremsen wird die freiwerdende Energie schnell und effektiv von dem ebenfalls von Vossloh Kiepe entwickelten Energiespeichersystem (ESS) aufgenommen und steht beim nächsten Beschleu-
nigen wieder zur Verfügung. Der Energiemanager, eine weitere Entwicklung von Vossloh Kiepe, regelt die Energieflüsse zwischen Generator, ESS (Supercaps, optional mit galvanischer Batterie) und Traktionsmotor.

Schema 1Schema 2Schema 3

 
Je nach Fahrzeugtyp und technischer Ausstattung können Betriebsmodelle gewählt werden, die die Drehzahl-
reduzierung des Dieselmotors bis zum Abschalten in unterschiedlichen Zeitfenstern erlauben. So kann das Anfahren und Bremsen bei abgeschaltetem Dieselmotor erfolgen, also abgas- und lärmfrei.  Modernste technische Funktionen zum Auslösen des ABS/ASR und zur Fehlerdiagnose sind außerdem im System integriert.

Das modular aufgebaute Hybridantriebssystem lässt sich beim Gelenk- oder Mehrfachgelenkbus mit Zweiachsantrieb wie auch beim Solobus mit Einachsantrieb einsetzen. Modernste technische Funktionen zum Auslösen des ABS/ ASR und zur Fehlerdiagnose sind im System integriert.

Der serielle Hybridantrieb bietet auch die Möglichkeit einer kompletten Abkopplung vom Dieselantrieb durch die Nutzung und Integration einer Brennstoffzelle als Primärenergieträger.

Hybrid-Doppel-Gelenkbus von Vossloh Kiepe und Hess

Inzwischen ist der Hybridantrieb von Vossloh Kiepe erfolgreich im Einsatz, zum Beispiel in dem gemeinsam mit der Firma Carrosserie HESS entwickelten 24m Hybrid-Doppel-Gelenkfahrzeug. Diese sich rasant verbreitende Alternative im ÖPNV füllt die Lücke zwischen dem Bus und der Straßenbahn und hält mit einer Besetzung von 251 Personen den Weltrekord für Straßenfahrzeuge.

Aufgrund der optimierten geometrischen Auslegung des Fahrzeugs bietet es einen engeren Wendekreis als heutige 18,75 m lange Gelenkbusse. Mit dem elektrischen Zwei-Achs-Antrieb von Kiepe kann das Fahrzeug bessere Beschleunigungswerte erreichen als aktuelle Dieselbusse oder Straßenbahnen und fädelt sich somit schneller in den fließenden Verkehr ein.

Nach dem erfolgreichen Einsatz dieses Fahrzeugtyps in Genf, Luzern, Zürich und Zug wird der 24 m lange Doppel-Gelenk-Hybridbus seit Juli 2007 erfolgreich bei verschiedenen Betreibern im Linieneinsatz getestet.